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Geburtsbericht von Tamara vom 06.10.2021

Geburtsvorbereitung

In der 28. Schwangerschaftswoche haben mein Partner und ich zum ersten Mal am Geburtsvorbereitungskurs von Martina Gassmann teilgenommen. Wir haben uns für den HypnoBirthing-Kurs entschieden, da wir den Wunsch nach einer sanften und selbstbestimmten Geburt hatten.

Bei Martina haben wir uns gleich sehr wohl gefühlt. Mit ihrer ehrlichen und bodenständigen Art hat sie uns alle Grundlagen vom HypnoBirthing-Konzept vermittelt. Dabei blieb sie stets sehr ehrlich und betonte, dass eine Geburt in den meisten Fällen nicht schmerzarm oder gar schmerzfrei, jedoch durch die HypnoBirthing-Methoden erträglicher sei. Dieses Wissen war für mich während der Geburt unglaublich hilfreich, da ich ansonsten durch falsche Vorstellungen Schuld- bzw. Versagensgefühle entwickelt hätte.

Mein Tipp: Im Nachhinein hätte ich den Geburtsvorbereitungskurs früher besucht. So wäre mehr Zeit für die Vorbereitung zu Hause geblieben.

Die Zeit vor der Geburt

Insgesamt konnte ich eine wunderschöne und unbelastete Schwangerschaft geniessen. Wir planten eine Geburt im Geburtshaus. In der 34. Schwangerschaftswoche habe ich begonnen täglich zwei Meditationen aus dem Geburtsvorbereitungskurs zu machen. Zusätzlich habe ich direkt nach dem Aufstehen den Tag mit einer 10 Minuten-Meditation mit der Musik von Georg Deuter (Koyasan Reiki Sound Healing) begonnen.

Am Ende der 36. Schwangerschaftswoche benutzte ich erstmals den Epi-No. Dieser setzte mich jedoch stark unter Druck, da ich den Ballon meiner Meinung nach nicht gross genug aufpumpen konnte. Bald stellte ich dann auf eine manuelle Dammmassage um.

Zusätzlich hängte ich in der ganzen Wohnung die Leitsätze aus dem Kurs auf («der Muttermund öffnet sich schnell und leicht», «ich übergebe die Geburt meinem Baby und meinem Körper» etc.). Diese Leitsätze habe ich unzählige Male am Tag gelesen und verinnerlicht.

Der errechnete Geburtstermin rückte näher, kam und verging. Ausser einem leichten Unterleibsziehen spürte ich nichts. Am Donnerstagabend bei 40+6 stand ein Hebammenbesuch an. Ihr Befund ergab, dass alles geburtsunreif war. Der Muttermund war geschlossen, noch sehr weit oben und ganz hart. Nach einer Eipolablösung (Massieren des inneren Muttermundes und Ablösung der Eihäute vom Rand der Gebärmutter) schickte sie uns nach Hause mit den Worten, dass unser Kind diese Woche nicht mehr auf die Welt kommen wird. Unsere Tochter sah das jedoch anders.

Die Geburt

In der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag erwachte ich kurz vor Mitternacht. Mir war sofort klar, dass ich Geburtswellen hatte. Sie waren regelmässig, kamen ca. alle 5 Minuten und waren noch gut aushaltbar. Nachdem ich eine Weile in der Wohnung herumgetigert bin habe ich mich entschlossen ein Vollbad zu nehmen. Im warmen Wasser waren die Wellen etwas angenehmer. Dazu hörte ich meine Meditationen, konnte mich jedoch kaum darauf konzentrieren. Mein Kreislauf machte mir bald einen Strich durch die Rechnung und ich musste das Bad wieder verlassen.

Die Wellen kamen stets in Abständen von 5-8 Minuten und blieben von der Intensität her unverändert. Leider waren die Wellen im Liegen am stärksten und so war an ein Eindösen in den Pausen nicht zu denken.

Gegen 6.00 Uhr schrieb ich unserer Hebamme. Um 7.30 Uhr fuhren wir in ihre Praxis zur Untersuchung. Ihr Befund war an diesem Freitagmorgen unverändert zum Vorabend. Die Wellen waren somit noch nicht muttermundwirksam und konnten auch wieder weggehen. Innerlich wusste ich, dass dies nicht der Fall sein würde.

Wir gingen wieder nach Hause und ich legte mich ins Bett. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass mir der HypnoBirthing-Kurs nichts gebracht hat. Ich fand keine Entspannung und fühlte mich den Wellen ausgeliefert.

Gegen 11.00 Uhr kam unsere Hebamme zu uns nach Hause. Auch da war ihr Befund unverändert. Die Wellen dauerten zu diesem Zeitpunkt bereits 11.5 Stunden mit nur sehr kurzen Pausen dazwischen. Ihre Untersuchung ergab leider auch, dass unser Kind nicht optimal in meinem Becken lag. Eine Geburt im Geburtshaus kam nicht in Frage, wir müssen ins Spital. Dies war eine herbe Enttäuschung für mich, die ich jedoch dank dem Geburtsvorbereitungskurs sehr schnell wegsteckte. Martina legte uns ans Herz stets flexibel zu bleiben und der Geburt ihren Lauf zu lassen. Dies stellte sich im Nachhinein als goldrichtig heraus.

Nach einer 30-minütigen Autofahrt kamen wir gegen 12:30 im Kreisssaal an. Ab da ging es Schlag auf Schlag. Ich legte mich im Kreisssaal ins Bett auf die linke Seite und verkündete, dass ich mich nicht mehr bewegen werde. Komplett meinem Instinkt vertrauend versuchte ich die Wellen so gut wie möglich zu veratmen. Diese waren nun deutlich intensiver und die eh schon geringen Pausen wurden nochmals kürzer.

Ca. um 13.00 Uhr musste ich mich übergeben, was kurzfristig eine enorme Erleichterung brachte, die Wellen danach jedoch zu einem wahren Wellensturm ohne Pausen anschwellen liess. Bis dahin dachte ich, dass die Geburt sich vielleicht noch bis zum nächsten Tag ziehen würde. Diese Vorstellung rührte von unzähligen Horrorgeschichten aus meinem Bekanntenkreis und leider schaffte ich es nicht diese auszublenden.

Ich spürte, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stand. Auch da hat mir der Geburtsvorbereitungskurs enorm geholfen, da ich auf diese Möglichkeit vorbereitet war. Ich wusste, dass ich mich zwingen musste richtig zu Atmen. Dies gelang mir und ich blieb bei Bewusstsein.

Mein Wunsch nach einer PDA wuchs ins Unermessliche. Die Hebamme vor Ort versuchte mir diese auszureden, da die Geburt ansonsten gegebenenfalls zum Stillstand kommen könnte und danach medikamentös wieder angekurbelt werden müsste. Ich setzte mich durch und um 14.30 wurde eine PDA gelegt. Bevor jedoch das Betäubungsmittel zum Einsatz kommen konnte bekam ich unvermittelt einen heftigen Pressdrang.

Martina hat uns im Kurs schon darauf vorbereitet. Der Presswunsch käme automatisch, man müsse keine Angst haben diesen zu verpassen. Wie recht sie hatte! Anfangs durfte ich dem Wunsch das Kind nach draussen zu schieben nicht nachgeben und musste diese Wellen mit einem lauten «Schhhhhh» veratmen.

Gegen 15.00 Uhr wurde ich nochmals untersucht mit dem Befund, dass mein Muttermund nun vollständig geöffnet sei! Ich durfte schieben und dies war eine unglaubliche Wohltat. Mir wurde schlagartig die Urgewalt einer Geburt bewusst. Aus meinem innersten begann ich ganz tief zu tönen. Plötzlich entwickelte ich eine Kraft in mir, welche ich vorher nicht gekannt hatte. Nach über 15 Stunden Wellen und einer schlaflosen Nacht verstand ich plötzlich, dass unsere Tochter in wenigen Minuten in meinen Armen liegen würde. Die Presswellen waren unendlich kraftvoll, gleichzeitig war der Schmerz fast weg. Ich erinnere mich noch ganz klar, dass ich mich in den Pausen völlig ungezwungen mit der Hebamme und dem Arzt unterhalten habe. Nach nur 30 Minuten erblickte unsere Tochter um 15.28 Uhr das Licht der Welt. Es war überwältigend.

Die Hebamme betonte mehrfach, dass es selten eine so schnelle und unkomplizierte Erstgeburt gibt. Schliesslich dauerte die Geburt von der ersten muttermundwirksamen Welle her nur ca. 3 Stunden! Mein Damm blieb komplett heil, lediglich ein kleiner Scheidenriss musste mit 3-4 Stichen genäht werden.

Fazit

Der HypnoBirthing-Kurs erzielte nicht die von mir erwartete Wirkung. Er verhalf mir nicht zu einer entspannten, schmerzarmen Geburt. Dennoch profitierte ich im Nachhinein gesehen unzählige Male davon. Nicht zuletzt bin ich überzeugt, dass die Geburt aufgrund der positiven Leitsätze, welche ich mir viele Male verinnerlicht hatte so schnell vorangeschritten ist. Ich würde den Kurs wieder besuchen und auch weiterempfehlen.

Unsere Tochter ist nun 16 Monate alt und ein wahrer Sonnenschein. Wir sind Martina Gassmann sehr dankbar, dass sie einen wesentlichen Teil zu unserer schönen und einmaligen Geburt beigetragen hat.

 

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